MIRJA WELLMANN

MIRJA WELLMANN

MIRJA WELLMANN

Die 1965 in Berlin geborene Konzeptkünstlerin untersucht seit vielen Jahren professionell, fast wissenschaftlich, das Phänomen des Hörens, den Schall, die Akustik, den Raum.
In Ihren HörNestern und HörWolken setzt sie jeweils einen ihr spannend erscheinenden und daher von ihr in seinen Geräuschen „erfassten/abgehörten“ Ort in ein skulpturales Geflecht um, das aus einer Vielzahl von chiffrierten Einzelelementen besteht – jenen Elementen, die sie aus ihren vor Ort geschriebenen HörProtokollen herausfiltert. Singt zum Beispiel während ihrer meist zwei- bis dreistündigen „Audits“ ein Vogel, hört man ein Flugzeug, das Plätschern eines Springbrunnens oder lachende Kinder, finden sich diese akustischen Elemente später visualisiert in der Skulptur wieder. Für die Visualisierung benutzt Wellmann, die durch ihre finnische Mutter eine große Affinität zur historischen Landschaft Karelien hat, unterschiedlichste Hölzer wie etwa Zwetschge, Ulme, Eiche, Buche, Kiefer oder auch Flugzeugsperrholz und Acrylglas.
Die Künstlerin visualisiert also akustische Reize und kreiert daraus ihre zwei- (HörWolken) und dreidimensionalen (HörNester) Reliefs. Wie geschaffen, um die aussergewöhnliche Arbeit der auf der Schwäbischen Alb lebenden und arbeitenden „Klang-Künstlerin“ zu verdeutlichen, ist folgender Satz von Hildegard von Bingen: „Das Hören ist der Ursprung der vernünftigen Seele, und die Vernunft spricht mit dem Klang, und der Klang ist gleichsam Denken, und das Wort ist gleichsam Werk.“

  • 1965 geboren in Berlin
  • 1972-76 Aufenthalt in Karelien, Finnland
  • 1984-88 Studium Grafik-Design, Blocherer Schule, München
  • 1988-96 selbständiges Grafik-Atelier
  • 1997-2002 Studium der Bildhauerei bei den Professoren Werner Pokorny und Micha Ullman an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
  • 2006/2007 Hörprojekt im Schalltoten Raum des SWR Stuttgart
  • 2010/2011 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2016 und 2017 Einladung zu den größten IT-Fachkonferenzen „Java One“ und „Oracle Open World“ nach San Francisco, um dort ein Kunstprojekt mit den Messebesuchern durchzuführen
  • 2018
  • Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen wie z.B. die Kunststiftung Baden-Württemberg; Projektförderung des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst; Landesstipendium für Straßburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Atelierstipendium Künstlerhaus Stuttgart e.V.; Kulturstiftung des Rhein-Neckar-Kreises e.V., Heidelberg;
  • Seit 2017: Klangprojekt „Albton – Kollektiv für audiovisuelle Kunst“, akustische Kartografierung der Schwäbischen Alb (www.albton.de)